Dreikirch-Prozess: Klausurtag Jan 2026

Im vergangenen November hatten die Synoden der drei Kirchenkreise Solingen, Düsseldorf-Mettmann und Niederberg beschlossen, die Fusion zu einem gemeinsamen Kirchenkreis anzustreben. Der Prozess dazu wurde nun mit einem Klausurtag gestartet.
Die evangelischen Kirchenkreise Solingen, Düsseldorf-Mettmann und Niederberg haben zum Jahresbeginn ihren von den Synoden im November verabredeten Fusionsprozess gestartet. Am Samstag, 10.01.2026, kamen Verantwortliche der drei Kirchenkreise in Haan zu einem Klausurtag zusammen, um Grundzüge eines Zeitplans zu entwickeln, wichtige Themen zu identifizieren und Personalvorschläge für einzurichtende Arbeitsgruppen zu entwerfen. „Wir haben wirklich gut gearbeitet, und schon eine Menge wichtige Dinge verabredet“, erklärte der Niederberger Superintendent Wolfhard Günther. „Ich freue mich wirklich auf die Zusammenarbeit! Und bin zuversichtlich, dass die Jahreslosung auch für unseren Prozess gilt: Gott macht auch unsere regionale Kirche neu,“, so die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner im Anschluss an den Klausurtag.
Klausurtag Niederberg, D-Mettmann, Solingen: Christian WeyerUnterstützt wurden die anwesenden Mitglieder der drei Kreissynodalvorstände und Verwaltungsleitenden bei ihrem Klausurtag von Christian Weyer, der als langjähriger Superintendent und Systemischer Berater bereits mehrere Kirchenkreisfusionen mitgestaltet oder begleitet hat. „So eine Kirchenkreisfusion ist anspruchsvoll, aber machbar“, ermutigte Weyer. Er soll den unter dem Arbeitstitel „Dreikirch-Prozess“ stehenden Weg zur Fusion der drei Kirchenkreise zwischen Rhein, Ruhr und Wupper als externer Berater auch zukünftig begleiten.
Koordiniert wird der Dreikirch-Prozess von einer etwa zwölfköpfigen Steuerungsgruppe, zu der auch Superintendentin Ilka Werner, Superintendent Rainer Kaspers aus Düsseldorf-Mettmann und Superintendent Wolfhard Günther aus Niederberg gehören. Ihre Aufgabe wird es unter anderem sein, die Arbeit von fünf Arbeitsgruppen zu vernetzen. In diesen werden Themen wie „Finanzen“, „Personal“ oder „Gebäude“ besprochen und konkrete Vorschläge für den neuen Kirchenkreis erarbeitet. Die Steuerungsgruppe soll außerdem übergreifende Fragestellungen behandeln: etwa die Frage, wie viel Vereinheitlichung und wie viel Unterschiedlichkeit bei Abläufen und Kulturen in einem neuen gemeinsamen Kirchenkreis möglich, nötig und sinnvoll erscheinen.
Über die endgültige Zusammensetzung der fünf Arbeitsgruppen werden nun kurzfristig die drei Kreissynodalvorstände entscheiden. Über die Ergebnisse des Fusionsprozesses und den entsprechenden Antrag bei der Landeskirche entscheiden die drei Synoden. Wichtig sei bei der Vorbereitung des neuen Kirchenkreises größtmögliche Transparenz, betonte am Samstag immer wieder Moderator Christian Weyer: „Natürlich ist es nötig, manche Idee zunächst im geschützten Raum vertraulich zu besprechen. Aber am Ende ist es wichtig, Gremien und Personen aus den Kirchenkreisen im Prozess möglich gut mitzunehmen.“ Dazu gehört auch, dass alle Gemeinden sowie die Nachbarkirchenkreise des neuen Kirchenkreises die Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten werden.
Für die Dauer des Dreikirch-Prozesses wurden am Samstag zunächst drei Jahre veranschlagt werden. Die Fusion träte dann zum 1. Januar 2029 in Kraft. Es sei aber durchaus möglich, zwischendurch nachzusteuern, wenn erkennbar würde, dass die Zeit nicht reicht, erklärt Christian Weyer. Dann würde der Start des neuen Kirchenkreises entsprechend verschoben.
Am Ende des Klausurtages herrschte Aufbruchstimmung bei den Teilnehmenden. „Wir haben großen Respekt vor dem Weg, der nun vor uns liegt. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das gut schaffen werden“, war von vielen zu hören, als der Klausurtag mit einem Stimmungsbild zu Ende ging. Zuversicht hatte schon zu Beginn des Tages Superintendent Günther in seinem geistlichen Impuls vermittelt. Sie wurde gestärkt durch ein gemeinsam gesprochenes Vaterunser zum Abschluss.

  • 13.01.2026
  • Thomas Förster
  • Red