Mitgliedschaftsstatistik 2025

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat heute Mittag ihre Mitgliedschaftsstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der aus den Landeskirchen gemeldeten vorläufigen Zahlen gehörten zum Stichtag 31.12.2025 insgesamt rund 17,4 Millionen Menschen einer der 20 Landeskirchen der EKD an.

Die korrespondierenden Zahlen für 2025 aus der Evangelischen Kirche im Rheinland sind folgende (diese Zahlen sind – abgesehen vom Mitgliederbestand – vorläufig; wie in jedem Jahr liegen endgültige Zahlen erst im Spätsommer vor):

– Mitgliederbestand am 31.12.2025: 2.054.811 (am 31.12.2024: 2.122.717; 2023: 2.192.756)

– Sterbefälle 2025: 40.100 (2024: 40.562; 2023: 42.033)

– Kirchenaustritte 2025: 39.100 (2024: 41.624; 2023: 47.234)

– Taufen 2025: 11.200 (2024: 12.797; 2023: 14.691)

– Aufnahmen 2025: 1900 (2024: 2073; 2023: 2385)

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, ordnet das folgendermaßen ein:

„Die Entwicklung der Mitgliederzahlen setzt einen langjährigen Trend seit mehr als 50 Jahren fort. Wir werden weniger aufgrund von Austritten einerseits und mehr Sterbefällen als Taufen andererseits. Jeder einzelne Verlust schmerzt, weil wir damit Kontakt zu Menschen verlieren. Zugleich haben wir dadurch weniger Ressourcen, um für andere da sein zu können.

Drei Faktoren wirken dabei zusammen: 1. demografisch das Altern unserer Gesellschaft; 2. die Abkehr von großen Institutionen wie Gewerkschaften, Parteien und eben auch Kirchen; 3. ein Nachlassen religiöser Bindungen, wie es in der westlichen Welt insgesamt zu beobachten ist. Dazu kommt ein Vertrauensverlust von Kirche in den vergangenen Jahren. Besonders schmerzlich ist, dass die Zahl der Taufen weiter rückläufig ist. Die Weitergabe christlichen Glaubens in den Familien ist immer weniger selbstverständlich.

Wichtig ist dabei zu unterscheiden. Soziale Megatrends wie Demografie, De-Institutionalisierung und Säkularisierung können wir kaum beeinflussen. Sie prägen unsere Gesellschaft seit Langem. Umso wichtiger ist es, sich auf das zu konzentrieren, was in unseren Händen liegt.

Dazu gehören vor allem der persönliche Kontakt zu Menschen und die Begleitung ihres Lebens, etwa speziell bei der Taufe. Wenn Menschen Gott nicht in jungen Jahren begegnen, fällt es oft schwer, dies als Erwachsener nachzuholen. Deshalb ist es gut, dass unsere Gemeinden hier vielfältig neue Wege gehen und neue Anlässe schaffen: mit Angeboten in Kitas, zum Schulstart oder bei Tauffesten.

Unser Handeln als Kirche Jesu Christi wird nicht von Zahlen bestimmt, sondern von Gottes Verheißung. Gerade angesichts der vielen Krisen unserer Zeit gibt es ein tiefes Bedürfnis nach Halt, Heimat und Hoffnung, nach Frieden und Gerechtigkeit. Und das leben wir in der Nachfolge Jesu Christi – egal, wie viele wir sind. Wie die Rolle der Kirche in Zukunft aussehen wird, wissen wir nicht. Entscheidend ist, dass Gott unter uns gegenwärtig ist: „Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7)

Zugleich können wir tagtäglich in unseren Gemeinden erfahren, wie reich unsere Kirche beschenkt ist: durch engagierte Ehrenamtliche, durch kompetente Mitarbeitende in Diakonie, Seelsorge und Bildung, durch soziale Projekte mit und für Menschen in Not. Wir leben in der getrosten Hoffnung, dass Gott seine Kirche führt. Unsere Aufgabe ist es, für Menschen da zu sein und das Evangelium zu vermitteln – und das werden wir tun, gerade in schwierigen Zeiten.“

Quelle: Evangelische Kirche im Rheinland | Das Landeskirchenamt | Stabsstelle Kommunikation und Medien
Die entsprechende Pressemitteilung der EKD finden Sie hier.

  • 16.03.2026
  • Frank Wessel
  • Red